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Qualitätssiegel "Made in Germany" reicht nicht mehr

21.01.2014 - Das Qualitätssiegel "Made in Germany" ist weltweit anerkannt. Leider reicht es nur nicht, um längerfristig erfolgreich zu sein. Eine Optimierung des After-Sales-Service und eine gut durchdachte Lokalisierungsstrategie werden immer wichtiger für den Erfolg deutscher Unternehmen im Ausland. Zu diesem Ergebnis kam eine Umfrage von Germany Trade & Invest.

Deutsche Standards hoch geschätzt

In den USA steht das Qualitätssiegel "Made in Germany" für gute Qualität, Präzision und Zuverlässigkeit. Vor allem bei Investitions- und Technologiegütern, wie beispielsweise Maschinen oder Autos, zieht das Label als Verkaufsargument. Die Ansprüche in den USA sind hoch und die Kunden gut informiert. Das Produkt muss also halten, was es verspricht. Ebenso wichtig sind Produkte, die in den USA hergestellt wurden und gleichzeitig deutschen Standards entsprechen: "German engineering" oder "designed in Germany".

Herausforderungen auf dem Markt in Asien

In China lässt der Erfolg des Siegels "Made in Germany" ein wenig nach. Für den deutschen Maschinenbau ist China der wichtigste Exportmarkt, doch auch die Wettbewerber holen technologisch auf und die Gewinnspannen sinken. Um wirklich erfolgreich zu sein, müssen deutsche Firmen zwar vor Ort produzieren, trotzdem müssen die Produkte dem Gütesiegel "Made in Germany" entsprechen. Dies glaubhaft wiederzugeben, ist eine der ganz großen Herausforderungen für die Zukunft.

Preis und Kundennähe werden zunehmend wichtiger

In Brasilien werden deutsche Produkte von der wohlhabenden Bevölkerung geschätzt. Die "neue Mittelklasse" kennt sie nicht. Bei der Kaufentscheidung wird der Preis immer wichtiger. Aber auch Kundennähe und der After-Sales-Service sind entscheidende Kaufkriterien. Zwar ist der brasilianische Markt weiterhin hochattraktiv, doch vor allem bei der Vermarktung und beim Service müssen deutsche Unternehmen mehr tun.

Aufholbedarf in der IKT-Branche

In Russland sind die Produkte mit dem Siegel "Made in Germany" hoch im Kurs. Egal, ob Autos, Maschinen, Anlagen oder Arzneimitteln. Die Ausnahme bilden Produkte aus der IKT-Branche. "Insgesamt konnten wir feststellen, dass das Label "Made in Germany" und deutsche Produkte allgemein in Zukunft besser vermarktet werden müssen. Dazu gehören zwangsläufig ein besserer Service und die Präsenz vor Ort", sagt Benno Bunse, Geschäftsführer von Germany Trade & Invest.

redaktionell verantwortlich: mittelstanddirekt