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Die Vier Modelle der Grundsteuerreform

05.02.2014 – Eine Reformierung der Grundsteuer ist längst überfällig. Denn nach höchstrichterlichem Urteilsspruch sind die aktuell herangezogenen Berechnungsgrundlagen nicht mehr zeitgemäß. Vier Alternative Modelle liegen vor. Nun hat das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) eine Empfehlung ausgesprochen.

Der lange Weg zur Reform

Die Höhe der Grundsteuer kann von jeder Kommune über den sogenannten Hebesatz mitentschieden werden. Dieser wird mit dem Einheitswert der Immobilie multipliziert. Dieser Einheitswert allerdings ist alles andere als zeitgemäß. Daher gibt es nun seit etwa zehn Jahren Bestrebungen, die Grundsteuer zu reformieren. Auch die jetzige große Koalition hat sich dies auf die Agenda geschrieben, als die einzige Steuerreform in dieser Legislaturperiode.

Vier Modelle für die Grundsteuer

Zur Zeit stehen zur Diskussion vier Reformmodelle:

  • Das Verkehrswertmodell: Hier wird die Grundsteuer anhand des Verkehrswertes, also des Marktwertes, einer Immobilie ermittelt. Dies bringt einen hohen Verwaltungsaufwand mit sich, da jede Immobilie bewertet werden muss. Zudem führt dieses Modell zu einer Extrabelastung von Objekten mit hohem Immobilienpreisen, etwa in zentraler lage.
  • Das wertunabhängige Modell: Bei diesem Modell ist der Verwaltungsaufwand hingegen sehr niedrig. Es werden nur die Grundfläche und die Geschosszahlen zur Berechnung der Grundsteuer herangezogen. Unberücksichtigt bleiben dabei etwa Anreize zur effizienten Bodennutzung, da die Grundstücksgröße nicht relevant ist.
  • Das gebäudewertunabhängige Kombinationsmodell: Hierbei handelt es sich um ein Modell, dass die Schwächen des wertunabhängigen Modells zum Teil ausmerzt. Mit einberechnet wird nämlich auch der Bodenwert des zu besteuernden Grundstücks. Einfamilienhäuser in guter Lage werden dabei jedoch wesentlich stärker besteuert.
  • Das Bodenwertmodell: Die Grundlage dieses Modells ist alleinig der Bodenwert des Grundstücks, ganz gleich ob bebaut oder nicht.

Das Bodenwertmodell ist überlegen

Das IW spricht sich deutlich für die Bevorzugung des Bodenwertmodells aus. Dieses vereinfache nicht nur die Grundsteuerberechnung, es schaffe zudem Anreize für Grundeigentümer, ihre Grundstücke effizienter zu nutzen. Brachflächen und Baulücken würden so besser genutzt, inflationärer Flächenverbrauch und Zersiedlung würden reduziert. Außerdem gäbe es so eine verlässliche Bewertungsbasis, anhand derer sich auch die maximale Streubreite kontrollieren ließe: Das Bundesverfassungsgericht lässt hier nur eine Abweichung vm Verkehrswert um 20 Prozent zu.

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